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Mit Klängen gegen die Krise

Itzehoe, 24.04.2020

Von Entmutigung oder Sorge keine Spur! Das Norddeutsche Filmorchester (NFO) von Jens Illemann spielt weiter. Zwar wollten der Dirigent und seine Mitstreiter die zuhause geübten Stücke einmal mit allen Musikanten zusammenspielen, die Krise hat diesem Vorhaben aber vorerst einen Riegel vorgeschoben. Stattdessen üben Trompeter, Schlagzeuger, Gitarrenspieler und Co. munter zuhause weiter – quasi im Homeoffice. Dabei wird sich selbst gefilmt; Jens Illemann sammelt dann die Resultate. Das lockte auch Musiker auf den Plan, die gar nicht in dem Filmorchester mitspielen werden. Und das nicht zu knapp: „In den letzten sechs Videos haben über 1600 Musiker aus über 20 Nationen mitgemacht. Mittlerweile sind knapp 3.000 Musiker aus 40 Nationen angemeldet“, berichtet der NFO-Organisator. So viele Musikbegeisterte haben sich in die Idee des Lehrers eingeklinkt – ein Zusammenhalt in der Krise. Es erinnert sogar etwas an die Balkonkonzerte, die von Italien aus zum Zeigen gegen die Krise zu einer Bewegung der Solidarität führten. Musikstücke zu spielen bedeutet: Gemeinsam etwas Schönes schaffen, Hoffnung geben, füreinander da sein.

Dass sich so viele Musikbegeisterte bei ihm gemeldet haben, hat Jens Illemann zu einer weiteren Idee gebracht. „Damit das Projekt für alle mit einem großartigen Erlebnis endet, habe nun den Rekordversuch ins Leben gerufen“, so Illemann. Er möchte das größte virtuelle Orchester der Welt zusammenstellen. Tausende Musiker sollen miteinander ein Stück, auf seinen Taktstock hörend, über das Web verteilt spielen. Momentan ist Jens Illemann da noch in der Planung, die große Zahl an Rückmeldungen gibt aber Hoffnung.

Bei den Online-Proben – ob nun zum NFO gehörend oder einfach ein Musikliebhaber, der sein Instrument während der Krise nicht verstauben sehen will – geht es ein Stück weit um Selbstdisziplin und Genauigkeit beim Hinschauen. Geübt wird nach Anweisung des Dirigenten, aber nicht live. Illemann verschickt seine Anweisungen per Mail, die Musiker üben daraufhin und schicken ihre Resultate zurück. „Die Musiker bekommen von mir ein Klangbeispiel und Noten. Dann nehmen sie sich dabei auf, wie sie zum Klangbeispiel spielen und schicken mir das. Aus den Videos erstelle ich dann ein Gesamtwerk“, erklärt Jens Illemann das Vorgehen. Bisher stehe noch nicht fest, ob das geplante Treffen der Online-Musiker Ende Mai klappen könne. Allerdings hat auch noch kein Musiker krisenbedingt seine Teilnahme abgesagt. „Das ist klasse!“, freut sich der Initiator. Auch zukunftsperspektivisch möchte er den Kopf nicht in den Sand stecken. „Ich sehe dem Konzert positiv entgegen – wenn jetzt langsam über Lockerungen gesprochen wird, dann hoffe ich für Oktober das Beste!“ Bis dahin laufen die Proben mit derselben Intensität und Vorfreude weiter. Manche Musiker, so Illemann mit einem Zwinkern, hätten während der Krise vermutlich sogar mehr Zeit für ihre Übungen.

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Über den Autor

Tore Degenkolbe

Mag: Schreiben, Bergsteigen, schwarzen Kaffee
Mag nicht: Lebensmittelverschwendung, leere Worte, binomische Formeln