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Sensorische Integration mit dem Pferd

Elmshorn, 11.09.2019

Sehr geehrte Damen und Herren, wir möchten versuchen, Sie für unser therapeutisches Reitprojekt zu gewinnen, das uns sehr am Herzen liegt und seit 2014 erfolgreich ist. Leider stehen uns für das Jahr 2019/2020 keine Gelder mehr zur Verfügung und wir müssten somit das Projekt beenden, obwohl es vor allem für unsere Kinder mit Handycap im Kindergarten von großer Bedeutung für ihre Entwicklung ist. Die Eltern dieser Kinder können sich aus finanziellen Gründen eine therapeutische Förderung in ihrer Freizeit leider auch nicht leisten und der Kindergarten bekommt auch keine öffentlichen Zuschüsse für dieses Projekt. Es muss immer wieder durch Spendengelder neu angeschoben werden.

Gern stellen wir Ihnen unser Projekt vor: "Sensorische Integration mit dem Pferd" in der Integrationsgruppe In unserem Kindergarten werden Kinder betreut, die laut amtsärztlicher Diagnose in folgenden Entwicklungsbereichen einen erhöhten Förderbedarf benötigen: ? Entwicklungsstörung der Motorik ? Wahrnehmungsstörungen ? Störung des Sozialverhaltens und der Emotionen ? Entwicklungsstörung des Sprechen und der Sprache Das Reiten ergänzt unser pädagogisches Handeln in genau diesen Entwicklungsbereichen. Unter Sensorischer Integration versteht man das Zusammenwirken der eintreffenden Sinnes-eindrücke und deren Wahrnehmung und Deutung im zentralen Nervensystem, sowie die Fähigkeit, Körpersprache oder Handeln seiner Mitmenschen zu deuten, nachzuvollziehen und situationsangemessen reagieren zu können. Bei einer Störung der sensorischen Integration können Eindrücke im Gehirn nicht richtig verarbeitet werden. Hiervon sind vorzugsweise Kinder betroffen. Dies äußert sich bereits im Kleinkindalter beispielsweise durch eine verzögerte Sprachentwicklung, eine verzögerte motorische Entwicklung, mangelndes Körper- und Selbstbewusstsein oder auch Anpassungs-schwierigkeiten in ungewohnten/neuen Situationen.

Durch das Reiten auf dem Pferd können die Kinder ihren eigenen Körper auf eine ganz andere Art und Weise spüren, als sie dies in unserer Turnhalle oder auf unserem Außengelände erleben. Sie spüren die Bewegungen, die Wärme und das Fell des Pferdes und bekommen darüber unterschiedliche Informationen über ihre Haut. Über das Ausbalancieren auf dem Rücken des Pferdes, erleben die Kinder ihren Gleichgewichtssinn auf einer anderen Ebene. Kinder, die stets eine angespannte Körperhaltung zeigen, können während des Reitens häufig ihre Anspannung lockern, sowohl auf körperlicher und emotionaler Ebene. Durch die Pflege und Versorgung des Tieres durch Striegeln, Hufe säubern usw., lernen und erleben die Kinder automatisch Rücksichtsnahme, Einfühlungsvermögen und Empathiefähig-keit. Zudem wird auch das Selbstbewusstsein der Kinder durch den Umgang mit Pferden gestärkt, denn es gehört schon eine Menge Mut dazu, sich einem so großen Tier zu nähern und darauf zu reiten.

Die Sprache steht im engen Zusammenhang mit der Bewegung. Der Mensch benötigt die Bewegung um seine Sprache zu entwickeln. Auch dieser Entwicklungsbereich wird durch das Reiten ergänzend gefördert, da das Kind bei undeutlicher oder grammatikalisch unkorrekter Aussprache nicht korrigiert wird. Pferde zeigen jedoch auf die Ansprache und Körperhaltung des Menschen eine Reaktion. Kinder mit Schwierigkeiten im sprachlichen Bereich zeigen häufig weniger Hemmungen, mit einem Pferd zu kommunizieren, als mit anderen Menschen. Während der Stunden auf dem Reiterhof erleben wir, wie sehr angespannte Kinder nach einer halben Stunde Reiten eine gelöstere Körperhaltung einnehmen. Ängstliche und zurückhaltende Kinder waren im Verlauf des weiteren Tages viel offener und teilweise mutiger. Das wird auch in den folgenden Tagen oftmals noch deutlicher. Die Kinder mit Sprachproblemen zeigen nach dem Reiten eine deutlich höhere Kommunikationsbereitschaft. Beim Reiten gilt für uns demnach der ganzheitliche Ansatz, sowohl das Pferd betreffend als auch auf die Kinder bezogen. Das bedeutet Erfahrungen mit allen Sinnen erleben, den Lebensraum des Pferdes kennen lernen und mit gestalten, der Kontakt zur Natur und diese gemeinsam mit dem Pferd erleben. Spaß, Neugier und Lebendigkeit stehen im Vordergrund und sind entscheidende Bestandteile des Reitens.

Für unser Reitprojekt konnten wir Frau Anika Schlüter (staatl. anerkannte Heilerzieherin; Ausbildung in Sensorische Integration am IKE in Hamburg; Ausbildung in Kommunikation mit Pferden und Feldenkrais; Trainer B Reiten; Trainer c Voltigieren) vom Moorhof in Tornesch gewinnen. Das Reiten findet in Kleingruppen (jeweils unsere 4 Integrationskinder und 6/7 Re-gelkinder mit der Heilpädagogin) mit unterstützendem Elternfahrdienst statt. Natürlich müssen diese Stunden an Frau Schlüter bezahlt werden, hierzu ist ein Jahresbudget von rund 2.000,00 € erforderlich und das gibt unser Etat leider nicht her. Deshalb suchen wir auch für den Rest des Jahres und darüber hinaus finanzielle Unterstützer für dieses Projekt. Eine Einheit/Reitstunde kostet uns 108,00 €, wir kommen auf ca.18 Einheiten pro Jahr und würden uns auch über einen noch so kleinen Beitrag dafür freuen.

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